ANNUS LITURGICUS – Kirchenkonzert der Bläserphilharmonie Osttirol

Unter dem Motto „annus liturgicus“ entführt Sie die Bläserphilharmonie Osttirol gemeinsam mit dem Kammerchor Vokalissimo Lienz am 26. September auf eine musikalische Reise durch das Kirchenjahr – Herzliche Einladung!

12001039_938597449551242_1331786380224448975_o

Die Bläserphilharmonie Osttirol lädt zum Kirchenkonzert unter dem Motto „annus liturgicus“ (das Kirchenjahr) ein. Dabei werden neben Werken für Sinfonisches Blasorchester auch Holz- und Blechbläserensembles aus den Reihen der Bläserphilharmonie zu hören sein, genauso sowie der Kammerchor Vokalissimo Lien unter der musikalischen Leitung von Richard Engeler das Orchester unterstützen. 2015 feiert der Chor sein 50jähriges Jubiläum. Den Auftakt dazu bildet das Konzert am 26. September gemeinsam mit der Bläserharmonie Osttirol unter dem Chefdirigenten Mag. Lukas Hofmann.

Zwei Highlights des abwechslungsreichen Konzertprogramms bilden „Resurges“ von Hermann Pallhuber und das „Testament“ von David Maslanka. Letzteres erzählt vom tragischen Anschlag auf das World Trade Center am 11. September 2001. Mit diesen beiden Werken wird sich die Bläserphilharmonie Osttirol unter der musikalischen Leitung von Mag. Lukas Hofmann am 18. Oktober dem Landeskonzertwertungsspiel in Innsbruck in der Kategorie „Musik in der Kirche“ stellen.

Eintritt: freiwillige Spenden.

„Die Tragische“ – Third Symphony von James Barnes

Die Tragische“ – Mit diesem Untertitel beschreibt James Charles Barnes selbst seine „Third Symphony op.89“. Der US-Amerikaner unterrichtet Musiktheorie und Komposition an der Universität in Kansas, wo er auch selbst studiert hat. Barnes selbst ist Tubist, was vielleicht u.a. auch die anspruchsvolle Tuba-Stimme erklärt. Er leitet auch das Blasorchester der Universität Kansas.

Mir gefällt dieses Werk von Barnes schon lange gut, deshalb werde ich beim nächstjährigen Konzertprojekt mit der Bläserphilharmonie Osttirol das Finale, also den 4. Satz, als Eröffnungsstück des Konzertes machen. Somit habe ich mich schon jetzt im Web auf die Suche nach dem Hintergrund des Stückes gemacht. Fündig geworden bin ich u.a. auf der Homepage der Bläserphilharmonie Heilbronn, diese hat die gesamte Symphonie auf dem Programm der Projektphase 2015. Hier die übersichtlichen Informationen dazu:

James Barnes schreibt im Vorwort der Partitur zu seinem Werk:
„Die Dritte Sinfonie war ein Auftragswerk der United States Air Force Band, Washington D.C.. Der damalige Dirigent dieses Orchesters, Col. Alan Bonner, sagte mir, er wolle ein wirklich großes Werk für Blasorchester haben. Er legte weder Wert auf Stil, Länge, Schwierigkeitsgrad oder sonst irgendetwas. Mir wurde also völlig freie Hand gelassen das zu schreiben, was ich wollte.

Ich begann an diesem Werk zu arbeiten, als ich in einer sehr schweren Lebenssituation war, nämlich kurz nachdem unser Baby Nathalie gestorben war. Diese Sinfonie ist das Werk mit dem größten emotionalen Kräfteverschleiß, das ich je komponiert habe. Müsste man ihr einen Beinamen geben – ich glaube „tragisch“ würde gut zu ihr passen.
Das Werk entwickelt sich von der tiefsten Dunkelheit der Verzweiflung bis hin zum Erstrahlen von Erfüllung und Freude.

Der erste Satz verarbeitet viel Frustration, Bitterkeit, Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit – all meine eigenen persönlichen Gefühle nach dem Verlust meiner Tochter.
Das Scherzo (2. Satz) geht mit beißendem Spott und bitterer Süße an dieses Thema, was auch mit Anmaßung und der Selbstgefälligkeit bestimmter Leute in dieser Welt zu tun hat.

Der dritte Satz ist eine Fantasie darüber, wie meine Welt ausgesehen hätte, wenn Nathalie in ihr gelebt hätte. Es ist ein Abschiedslied für sie.
Das Finale (4. Satz) steht für die Wiedergeburt des Geistes, einem Versöhnungsversuch für uns alle. Das zweite Thema dieses letzten Satzes basiert auf einer alten lutherischen Hymne auf die Kinder „Weil ich Jesu Schäflein bin“. Diese Hymne wurde an Nathalies Beerdigung gesungen.

Die letzte Strophe dieses Liedes lautet:
Sollt ich denn nicht fröhlich sein,
Ich beglücktes Schäfelein?
Denn nach diesen schönen Tagen
Werd ich endlich hingetragen
In des Hirten Arm und Schoß:
Amen, ja mein Glück ist groß!

Am 25. Juni 1994, drei Tage nachdem ich die Sinfonie beendet hatte, wurde unser Sohn Billy Barnes geboren. So wie der dritte Satz Nathalie gewidmet ist, ist das Finale für Billy und ein Ausdruck unserer Freude, dass wir, nach dem tragischen Tod seiner Schwester, mit ihm gesegnet wurden.“

________________________________________
Barnes malt ganz frei mit allen Harmonien und Gestaltungsmitteln, die ein Komponist Ende des 20. Jahrhunderts zur Verfügung hat, behält diese aber in den traditionellen Formen der Sätze einer Sinfonie.
Der erste Satz in c-Moll ist eine veränderte Sonatenform mit einer ausgedehnten Coda.
Der zweite Satz ist eine ABA-Form in der Subdominante f-Moll. Die äußeren A-Teile hat Barnes für Holzbläser und Schlagzeug instrumentiert, den B-Teil für Blechbläser, allerdings gedämpft. Beide Themen kommen am Ende des Satzes mit dem vollen Orchester wieder vor.
Ausgezeichnet in seiner Einfachheit ist der packend schöne dritte Satz, eine Fantasie in Des-Dur in der Form ABCABC-Coda.
Der vierte Satz in C-Dur ist wieder in Sonatenform und hält somit das ganze Werk im Gleichgewicht. Das erste Thema wird von den Hörnern vorgestellt, das zweite Thema ist, wie bereits oben erwähnt, die Melodie der Hymne auf die Kinder.

James Barnes ist sowohl Mitglied der Fakultät für Orchester- als auch theoretische Komposition der Universität Kansas, lehrt Orchestrierung, Arrangieren und Komposition und gibt Kurse in Orchesterliteratur. Er leitet sowohl die Bläsergruppe als auch das Blasorchester der Universität. Seine zahlreichen Werke für großes Blasorchester werden oft in den Vereinigten Staaten, Kanada, Europa und im pazifischen Raum aufgeführt.
Er erhielt zweimal den American Bandmaster Association Ostwald Award für herausragende zeitgenössische Blasorchestermusik, sowie zahlreiche Preise der ASCAP und weitere Auszeichnungen.
James Barnes reist ständig als Gastkomponist, – dirigent und -dozent durch die Vereinigten Staaten, Australien und Japan.

Quelle: http://www.blaeserphilharmonie-hn.de/index.php?page=custom&inhalt=Sinfonie%20No.%203%20%20Die%20Tragische

Aufnahmen:

Landeswertungsspiel & „Con Brio“

Am 17. und 18. Oktober steht die Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck ganz im Zeichen von Blasmusik und Wettbewerb, der Tiroler Blasmusikverband veranstaltet das Landeswertungsspiel 2015 und den internationalen Dirigentenwettbewerb „Con Brio“. Detaillierte Informationen zum Ablauf gibt es auf den entsprechenden verlinkten Seiten des Blasmusikverbandes Tirol.

Im Bereich Wettbewerbe bzw. Konzertwertungen ist der Blasmusikverband in Tirol ständig darum bemüht, die Wertungsmodalitäten weiterzuentwickeln und damit zu verbessern. Dieser Aspekt gefällt mir sehr gut und gibt mir Motivation, auch selber mitzumachen! Auf Grund des „Vordenkens“ wird das Landeswertungsspiel erstmals in verschiedenen Kategorien ausgetragen, „um die Attraktivität und Vielseitigkeit der Blasmusik Tirols noch besser demonstrieren und aufzeigen zu können“, wie man auf der Homepage vom Blasmusikverband Tirol liest. Die drei Kategorien sind „Konzertante Musik“, „Gehobene Unterhaltungsmusik“ und „Musik in der Kirche“. Die Teilnehmerliste zeigt deutlich, dass das Angebot von vielen Kapellen angenommen wird! Auch ich habe mich entschlossen beim Wettbewerb teilzunehmen:

  1. „Konzertante Musik“ (Leistungsstufe C) – Musikkapelle Matrei-Mühlbachl-Pfons
    Pflichtstück: A Sailor’s Dream – Emil Sirakov
    Selbstwahlstück: Robinson Crusoe – Bert Appermont
  2. „Musik in der Kirche“ (Leistungsstufe E) – Bläserphilharmonie Osttirol
    Pflichtstück: Resurges – Hermann Pallhuber
    Selbstwahlstück: Testament – David Maslanka

Ich vertrete grundsätzlich die Meinung, dass jeder, der bei einem Wettbewerb teilnimmt, bereits zu den Gewinnern zählt.! Besonders im musikalischen Bereich geht es doch schlussendlich immer um die Sache selbst – also schöne Musik machen, die sowohl Musiker/innen als auch Zuhörer/innen berührt bzw. irgendwo emotional trifft. Trotz allem ist es wichtig, manchmal Feedback und Rückmeldung von außen zu bekommen. Umso mehr freue ich mich schon jetzt auf die Rückmeldungen der international besetzten Jury. Diese setzt sich aus international anerkannten „Blasmusik-Experten“ zusammen, die jeweils neben einem hohen fachlichen Know-How auch viele Erfahrungen durch die Arbeit mit diversen Profi- und Laienorchester mitbringen. Die Jury setzt sich aus folgenden Personen zusammen:

Auch für den zivilen Musikverein sehe ich es als große Chance und quasi als „absolutes Muss“, ab und zu „Gastdirigenten“ einzuladen, die die eine oder andere Probe zu gestalten oder evtl. sogar eine Konzertphase mit dem Verein durchzuführen. Einerseits werden die Musiker/innen flexibler, was die Arbeit mit einem Dirigenten betrifft, sie müssen besser „schauen und reagieren“, andere musikalische Vorstellungen umsetzen und lernen einfach eine andere Persönlichkeit Mensch kennen.
Auch als Dirigent kann ich sehr viel davon profitieren, denn mit Sicherheit bekommt man einige neue Impulse im pädagogische, methodischen, didaktischen oder fachlichen Bereich.

„Der Kluge lernt aus allem und von jedem, der Normale aus seinen Erfahrungen und der Dumme weiß alles besser.“
So ein bekannter Spruch von Sokrates, der sehr treffend auf Dirigenten und Kapellmeister zutrifft!

Herzlich willkommen!

Liebe Besucher/innen und vor allem liebe Blasmusikbegeisterte!

Ich darf euch recht herzlich auf meinem kleinen „Blasmusikblog“ begrüßen und willkommen heißen. Es freut mich sehr, dass ihr den Weg auf meine Homepage gefunden habt. Hier werde ich in möglichst regelmäßigen Abständen Beiträge zum Thema „Blasmusik“ – meiner großen musikalischen Leidenschaft neben meinem Beruf als AHS-Lehrer – veröffentlichen. Für Rückmeldungen, Kommentare, Feedback, etc. via E-Mail freue ich mich natürlich! Informationen zu mir findet ihr auf meiner Homepage.

Viel Spaß beim Durchstöbern!

Gruß,
Lukas Hofmann